Fliesen legen, Fliesen verfugen, Fliesen schneiden



Wände in Küche oder Badezimmer fliesen

Haben Sie den Entschluss gefasst, Ihre Wände in Küche oder Bad selbst zu fliesen, sollten Sie gut vorbereitet ans Werk gehen. Nicht jeder Meister ist vom Himmel gefallen, gute Vorbereitung erspart daher viel Ärger. 


Die Vorbereitung fängt schon bei der Besorgung der Fliesen an. Zunächst sollten Sie genau wissen, welche Fliesen Sie für die Wandgestaltung im Badezimmer bevorzugen. 
Ist bereits der Badezimmerboden gefliest, können Sie sich am Design der Bodenfliesen orientieren. 
Möchten Sie hingegen nur die Küchenwand mit einem Fliesenspiegel versehen, so fassen Sie zunächst das gesamte Farbkonzept der Küche ins Auge. 

Damit Sie keinen Fehlkauf tätigen, empfiehlt es sich, Fotos vom Badezimmer oder der Küche zu machen, um diese mitzunehmen.
Sobald Sie sich für das Design der Fliesen entschieden haben, die an Ihrer Badezimmerwand oder Küchenwand angebracht werden sollen, prüfen Sie - sofern dies möglich ist - vor Ort jede einzelne Fliese. Sollten die Wandfliesen hingegen abgepackt sein, heben Sie Ihren Kassenzettel für eventuell spätere Reklamationen gut auf.

Prüfen Sie zu Hause die Fliesen einzeln. Legen Sie mangelhafte Fliesen sofort zur Seite, ebenfalls die Zuschnitte. Überprüfen Sie gleichfalls die Farbnummern der Fliesen. Sind kleine Farbabweichungen vorhanden, können Sie die Inhalte der Fliesenpackungen mischen, um ein schönes Ergebnis zu erzielen. Stimmen die Farbnummern absolut nicht überein, sind die Farbabweichungen zu gravierend, müssen Sie diese sofort wieder umtauschen.



Wand für das Fliesen vorbereiten

Jeder einzelne Arbeitsschritt ist vor dem Fliesenverlegen genau zu planen und vorzubereiten. Der entscheidende Punkt ist stets die erste Fliesenreihe, mit dieser steht oder fällt alles. Das heißt im Klartext, ist die erste Lage der Fliesen schief ausgerichtet, werden die nachfolgenden Bahnen ebenfalls schief verlaufen und ihre Arbeit war für die Katze. 

Sie benötigen für die Ausrichtung der ersten Lage vor allem eine Richtschnur und selbstverständlich eine Wasserwaage, damit Sie auf dem Untergrund eine vertikale als auch horizontale Achse ziehen können, welche der Ausgangspunkt für die erste Fliesenreihe ist. 




Ansetzen und ausrichten

Das richtige Ansetzen ist eine Kunst für sich. In vielen Altbauten sind die Wände nicht exakt ausgewinkelt, ebenso verhält es sich mit Fensternischen und Fußböden als auch Türeinfassungen. Daher können Sie sich beim Ausrichten nicht daran orientieren und müssen selbst mittels Wasserwaage und Lot eine waagerechte und senkrechte Achse für die Ausrichtung schaffen. Überdies benötigen Sie eine Messlatte, einen Hammer sowie einen Zollstock und eine Fliese.

Haben Sie einen Waagriss angebracht, können Sie die erste gerade Latte an die Wand legen, diese mit der Wasserwaage horizontal ausrichten und anschließend befestigen. Diese Latte hält die Fliesen an der Wand, bis der Fliesenkleber bindet und sie selbstständig haften bleiben. Die angerissene Horizontale ist sozusagen die Unterkante der ersten Fliesenbahn. 


Sobald Sie die Unterkante der Fliesenreihe festgelegt haben - hierfür sollten Sie die einzelne Fliese zur Hand nehmen und anlegen, um die Latte auszurichten - können Sie am Fuß der Wand die erste Reihe der Fliesen so auf dem Boden auslegen, dass zugleich der Abstand für die Fugen sichtbar wird. Beachten Sie diesbezüglich, dass noch die senkrechte Begrenzung erfolgen muss. 

Anschließend können Sie auf der waagerechten Latte die Position der Außenkante Ihrer ersten Fliese festlegen. Dort fängt die erste Bahn an. Mithilfe der Richtschnur und Wasserwaage können Sie nun die Latte für die Vertikale ausrichten und an der Wand fixieren. Schlagen Sie die Nägel nicht zu tief in die Wand, damit sich die Latten im Anschluss leicht wieder entfernen lassen. 



Wandfliesen verlegen - so geht es

Ganze Fliesen lassen sich relativ einfach verlegen.
Haben Sie die vertikale und horizontale Positionsleiste an der Wand angebracht, können Sie den Anschlagwinkel anlegen oder eine Wandfliese. So erkennen Sie, ob die Einspannlatten genau im rechten Winkel liegen. Ist dem nicht so, müssen Sie die Einspannung noch einmal neu ausloten mit der Wasserwaage. Wenn alles perfekt harmoniert, können Sie den Fliesenkleber mit der Kelle oder dem Spachtel auf der Wand auftragen. Nehmen Sie einen Kleber, der für die von Ihnen gewählte Fliesenart geeignet ist.
Beginnen Sie mit dem Auftragen des Fliesenklebers im Winkel der beiden Einspannlatten. Streichen Sie den Fliesenkleber gleichmäßig auf. Die Schicht des Klebers sollte allerdings nicht dicker als maximal 3 mm sein. Streichen Sie niemals die ganze Wandfläche mit dem Fliesenkleber ein, sondern höchstens einen Quadratmeter.
Mit dem Zahnspachtel können Sie den Kleber verteilen, nachdem Sie ihn mit der Kelle aufgetragen haben. Versuchen nach Möglichkeit gleichmäßige Rillen zu ziehen, damit die Fliesen es einfacher haben, sich „festzusaugen“. 

Die ganzen Wandfliesen werden - beginnend in der Ecke auf der horizontalen Latte - aufgelegt und fest an die Wand gedrückt. Um ein gleichmäßiges Fugenergebnis zu erzielen, benutzen Sie Abstandhalter. Überprüfen Sie nach jeder Fliesenreihe, ob die Bahnen gerade verlaufen. Die Wasserwaage ist in dem Fall sehr hilfreich. 

Nach 12 Stunden können Sie die Fixierungen entfernen. Die Abstandskreuze aus Kunststoff verbleiben hingegen noch in den Fugen, bis der Kleber vollständig gebunden ist und die Fliesen fest an der Wand haften, ohne sich zu verschieben. Im Anschluss daran können sie den überschüssigen Fliesenkleber mit einem feuchten Schwamm entfernen und die frisch geflieste Wand reinigen.