Donnerstag, 19. April 2018

Rezepte für Löwenzahn – frisch von der Wiese auf den Tisch


wohnen und wohlfühlenDieses Unkraut überall: Löwenzahn – weg damit! Wenn schon, dann am besten frisch von der Wiese auf den Tisch. Oder vorerst in die Küche, denn bis das „Wunderkraut“ zum Verzehr bereit ist, braucht es noch etwas Vor- und Zubereitungszeit. Diese möchte ich nutzen, um hier einige Infos zum Besten zu geben. Wer den informativen Teil nicht lesen mag, scrollt gleich nach unten, dort befinden sich einige Rezepte für Köstlichkeiten mit Löwenzahn.   



Kann man Löwenzahn wirklich essen?

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In der Nachkriegszeit – so erzählte es meine Uroma einst – wurde Löwenzahn gesammelt, ebenso wie Sauerampfer, Wildblumen und Wildkräuter, um daraus etwas Essbares zu zaubern. Aus den getrockneten Wurzeln des Löwenzahns wurde damals sogar Kaffee gemacht.
Der sogenannte „Muckefuck“ von der Hundeblumenwiese ist heutzutage wieder in vielerlei „Munde“. Löwenzahnwurzelkaffee besitzt einen intensiven, bitteren Beigeschmack, der sich jedoch vermeiden lässt, wenn vom gemahlenen Löwenzahnwurzelpulver etwas weniger verwendet wird. 



Wenn man schon die Wurzel in etwas anderer Form genießen kann, wird der Rest der Pflanze wohl auch genießbar sein? Ja, Löwenzahn kann man wirklich essen! Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten. So sollten „Hundeblumen“ (umgangssprachlich bezeichnet) bestenfalls im eigenen Garten gesammelt werden, oder auf Wiesen fernab von Abgasen, Düngemitteln, Industrieanlagen und Menschenmassen. Zudem sollten Allergiker beim Löwenzahnpflücken aufpassen, da Reaktionen auf den Milchsaft der Stängel möglich wären. Wer nicht sicher ist, ob er aus gesundheitlichen Gründen Löwenzahn essen kann, fragt vorsichtshalber beim Arzt oder Apotheker nach.


Welche Rezepte für Löwenzahn gibt es?

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Ich würde auf die Schnelle einen „Hundeblumensalat“ vorschlagen, wobei dieser Name weder appetitlich klingt noch gebräuchlich ist. Also nennen wir das Kind beim richtigen Namen und sagen dazu einfach Löwenzahnsalat. Rezepte dafür gibt es, kaum zu glauben, in vielfältigen Variationen. Hauptsächlich werden für Salate nur die jungen, frischen Blätter des Löwenzahns verwendet. Zu erkennen sind sie an ihren gezackten Rändern. 

Von der Wiese frisch gepflückt und auf den Tisch, geht nicht. Zuerst, das dürfte eigentlich klar sein, werden die Löwenzahnblätter ordentlich abgespült. Wer es nicht so bitter mag, lässt sie einige Minuten in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser liegen. Allerdings bleibt der bittere Geschmack dennoch erhalten, der macht den Löwenzahn schließlich aus. 

Nach dem Spülen die Blätter trocken tupfen und klein hacken. Anschließend eine leichte Soße zubereiten. Dabei möglichst auf fertige Salatsoßen verzichten, die nur angerührt werden müssen. Mit süßem Senf, einem Löffel Honig oder Zucker wird der bittere Geschmack etwas neutralisiert. Wer weder das eine noch das andere mag, verfeinert den Löwensalat mit Schmand, Sauerrahm oder einer Mischung aus Essig und Sahne. Abschließend nach Geschmack würzen und schmecken lassen.

Selbstversorger

Oder wie wäre es mit einer „Löwenzahn-Frühjahrsreinigung“? Das Rezept aus der Eifel hat die „Vennhexe“ bei PageWizz bereits aufgeschrieben. Dieses Löwenzahngericht ist nicht einmal vegetarisch, obwohl das gesunde „Unkraut“ darin enthalten ist. Wer gebratenen Speck mag, kann sich vielleicht dafür begeistern. Soll es rein fleischlos sein, folgt hier eine Rezeptidee von mir. 


Spargel-Löwenzahn-Suppe 

Spargel Löwenzahn Suppe 
Dafür braucht es Spargel, weiß und möglichst regional, „freche Kreme“ (Creme Fresh natürlich) oder einen Becher griechischen Joghurt pur (wer möchte, kann auch die Geschmacksrichtung Honig nehmen).



Spargel wie gewohnt zubereiten, das Spargelwasser aber nicht wegschütten, sondern mit dem Frischrahm oder Joghurt verrühren. 

Löwenzahnrezepte

Nach Belieben würzen. Ich füge der Spargel-Löwenzahn-Suppe gerne etwas Kurkumapulver zu. Die Kräuter inklusive der klein gehackten Löwenzahnblätter kommen erst zum Schluss hinein. Alles noch einmal umrühren und lauwarm servieren. So schmeckt uns das Süppchen am besten!        

fleischlos glücklich
Die goldige Farbe verdankt die Spargel Löwenzahnsuppe dem Kurkumapulver



 Spargel-Löwenzahn-Salat

Die Zutaten für einen Salat für 4 Personen sehen folgendermaßen aus:


  • 750 g bis 800 g Spargel (weiß)
  • 2 Eier von glücklichen Hühnern
  • 3 EL Weißweinessig
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer und Zucker
  • 130 g bis 150 g Löwenzahn (junge grüne Blätter)

So wirds gemacht:

Spargel schälen und wie gehabt zubereiten, zeitgleich das Wasser für die Eier aufsetzen. Diese 10 Minuten kochen lassen, danach wie üblich kalt abschrecken, pellen und in Würfelchen schneiden. Ist der Spargel gar, aus dem Topf nehmen und auf einen Teller legen. Dem Spargelwasser Weißweinessig und Olivenöl hinzufügen, umrühren. Nun die gewürfelten Eier hineingeben und mit den Gewürzen abschmecken, abermals vorsichtig umrühren. Jetzt kann der Spargel in Stücke geschnitten und in eine Auflaufform gelegt werden. Die angerührte Soße darüber gießen und das Ganze 2 Stunden ziehen lassen. Danach auf Tellern anrichten und mit den gehackten Löwenzahnblättern überstreuen. Zum Garnieren noch ganze aber kleine Blätter an den Tellerrand legen.


Zu bitter – lieber etwas süßer? Dann macht doch Honig aus Löwenzahnblüten! 







Honig, Kaffee und Salate aus Löwenzahn frisch auf den Tisch - besser geht es nicht!
Übrigens: Auch Bienen und Hummeln lieben Löwenzahn, Kaninchen ohnehin. Das unbeliebte Unkraut ist zugleich ein beliebtes Heilkraut und kommt auch in der Naturkosmetik zum Einsatz. Darum ist eine Hundeblumenwiese heute mehr wert als ein Rasen „ohne Leben“!   

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