Sonntag, 8. April 2018

Gefährliche Giftpflanzen in Gaerten und Parkanlagen erkennen


Endlich Frühling! Gärten und Parkanalgen locken bei schönem Wetter Groß und Klein nach draußen. Doch Vorsicht ist angesagt, denn Giftpflanzen „lauern“ überall. 

Giftpflanzen in Gärten und Parkanlagen

Einige Gartenpflanzen, Wiesenblumen, Baumfrüchte und Sträucher mit Beeren sind alles andere als ungefährlich. So wunderschön die Blüten aussehen mögen, so herrlich die Gartengewächse duften, sie sind zum Teil hochgiftig. Das Schlimme ist, man sieht es ihnen auf den ersten Blick nicht an. Nicht einmal bei näherer Betrachtung erkennt der Laie die Tücke im Detail.  


Giftpflanzen sollten Eltern unbedingt kennen, damit der Nachwuchs sicher ist!

Sobald Kleinstkinder „auf allen Vieren“ die Welt draußen erkunden, ist äußerste Vorsicht geboten. Mit gefährlichen Pflanzen ist nicht zu spaßen! Mitunter sind Eltern sich der Gefahren im Garten und Park gar nicht bewusst. Kinder sind neugierig und möchten auf Entdeckungsreise gehen, da verlocken bunte Blumen natürlich sehr. Pflücken, riechen und ja – vielleicht sogar davon naschen. Manche Nutzpflanzen sind durchaus essbar, wie die hübsche Kapuzinerkresse

essbare Blumen von giftigen Pflanzen unterscheiden

Doch können die Kleinen genießbare von giftigen Blumen nicht unterscheiden, weshalb es jährlich zu zahlreichen Vergiftungen bei Kindern kommt. Alles, was lecker duftet und bunt aussieht, zieht die Jüngsten magisch an. Damit der Spaziergang in Wald und Flur ebenso wie der Aufenthalt im Park oder Garten nicht zum gefährlichen Unterfangen wird, sollten Eltern Giftpflanzen unbedingt kennen und den Nachwuchs draußen im Auge behalten.    

spielende Kinder draußen beaufsichtigen

 
Bitte nicht pflücken! 

Die gefährlichsten Pflanzen in Gärten, Parkanlagen und Wäldern, giftige Wiesenblumen und Kräuter, haben zum Teil wunderschöne Namen und sehen sehr bezaubernd aus. Das Tückische ist zudem, dass sie nicht einmal gegessen werden müssen, um ihre (manchmal sogar tödliche) Wirkung zu entfalten. Mitunter reichen Berührungen aus, damit Vergiftungserscheinungen auftreten können. Hautausschläge, juckende Rötungen und schmerzhafte Ekzeme können gleichwohl Folgen des Kontakts mit Giftpflanzen sein. 


Fünf gefährliche Blumen, Pflanzen und Ziergehölze in unseren Gärten:


  • Der Seidelbast, ursprünglich in Laub- und Mischwäldern zu finden, ist aufgrund seiner hübschen rosafarbenen Blüten längst eine beliebte Gartenpflanze geworden. Seidelbast ist in seiner Gänze giftig. Kinder sind insbesondere von den appetitlich anmutenden Beeren des Strauchs angetan. Naschen sie auch nur vier bis fünf Stück davon, sterben sie unweigerlich daran. Die tödliche Dosis der Seidelbast-Beeren bei Erwachsenen liegt bei zehn bis zwölf Stück.   
  • Die Herbstzeitlose, eine bezaubernde Zwiebelblume, hat viel Ähnlichkeit mit dem ebenfalls zwischen August bis Oktober blühenden Safran Krokus. Das Gift der Herbstzeitlosen ist mit dem tödlichen Arsen nahezu identisch. Bereits kleine Mengen führen zum Tod. Verwechslungsgefahr besteht vor allem im Frühling, wenn die Blätter der Herbstzeitlosen austreiben. Jene sind für Laien schwer vom Bärlauch zu unterscheiden. Ähnlich verhält es sich mit dem Blattgrün der Maiglöckchen, die sich im Frühjahr nahezu überall in der Natur ausbreiten.

    Giftpflanzen erkenenn und bestimmen
  • Goldregen, voller Anmut und doch so tödlich. Die Giftpflanze mit ihren goldgelben Blütentrauben, die ihre Früchte in Form von Schoten ausbildet, ist oftmals in Parkanalgen, in der Nähe von Spielplätzen als auch in Nutzgärten zu finden. Das Tückische ist, dass Kinder die Schoten des Goldregens für essbar halten, da die darin enthaltenen „Kerne“ sehr an Erbsen oder Bohnen erinnern.
  • Die „Atropa belladonna“, so die lateinische Bezeichnung der Tollkirsche, ist eine Staude mit einer Wuchshöhe von bis zu 2 Metern. Zwischen Juni bis September blüht die Tollkirsche wunderschön. Ihre glockenförmigen Blüten sehen äußerlich rotbraun aus, innen sind sie dunkelrot geädert und gelb gefärbt. Zwischen August bis September bilden sich große Beeren, die in der Reife eine schwarze Farbe aufweisen. Sie haben durchaus Ähnlichkeit mit dunklen Kirschen, obgleich sie etwas kleiner sind. Fakt ist, dass Kinder alleine schon von den Beeren fasziniert sind, die zum Pflücken einladen. Da – im Gegensatz zu den Früchten anderer Giftpflanzen – die Beeren der Tollkirsche süßlich schmecken, werden sie fälschlicherweise für genießbar gehalten und bedenkenlos konsumiert. Während Erwachsene zwischen zehn bis zwölf Beeren verdrücken können, bis die tödliche Wirkung einsetzt, reichen bei Kindern bereits drei bis vier Früchte der Tollkirsche aus.       
  • Zu den bekanntesten Gartenpflanzen mit verheerender Wirkung zählt der Blaue Eisenhut. Er zieht nicht nur Kinder magnetisch an, mit seinen blauvioletten bis lilafarbenen Blüten in Form von kleinen Helmen. Jenen verdankt die Pflanze übrigens ihren (bei uns geläufigen) Namen. Einstmals wurde der Eisenhut, der zur Familie der Hahnenfußgewächse zählt, auch Wolfswurz genannt. Die giftige Gartenpflanze ist zudem unter dem Namen „Sturmhut“ bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass der Eisenhut gar nicht gut tut, sobald man ihn berührt. Denn nicht nur Blätter und Blüten führen nach dem Verzehr zu Vergiftungserscheinungen. Wird der Blaue Eisenhut angefasst, hat dies schon negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Der Inhaltsstoff Akonitin löst gefährliche Körperreaktionen aus, die schlimme Ausmaße annehmen können. Deswegen: Finger weg vom Eisenhut!

Damit Sie sich im Garten wohlfühlen und unbeschwert eine schöne Zeit in der Natur genießen können, informieren Sie sich vorab über die gefährlichsten Giftpflanzen und klären Sie auch den Nachwuchs beizeiten auf. Krabbelkinder und Vorschulkinder unbedingt beaufsichtigen, wenn sie draußen spielen, denn schnell stecken die Kleinen mal ihre Finger nach Blumen und Beeren aus.      

Giftige Pflanzen und Blumen in Gärten und Parks


Was tun nach Kontakt mit giftigen Pflanzen oder nach dem Verehr der Früchte von Giftblumen?

Vergiftungserscheinungen nach dem Berühren oder Konsumieren giftiger Pflanzen oder Früchte treten mitunter nicht sofort auf. Manchmal fängt alles eher harmlos an, mit Bauchschmerzen zum Beispiel, die viele Ursachen haben können. Auch Kopfschmerzen und Übelkeit können die ersten Symptome von Vergiftungen sein. Erbrechen, Fieber, Schluckbeschwerden, Schweißausbrüche bis hin zu Halluzinationen, Sprachstörungen und unerklärlichen Krämpfen ist vieles möglich. 

Bei Bewusstlosigkeit, einer unnatürlichen Färbung des Gesichts (von rot zu blau) und einem rapiden Abfall der Körpertemperatur, ist von einer starken Vergiftung auszugehen. In solchen Fällen gibt es kaum noch Rettung für die Betroffenen. Es sei denn, die körpereigene Abwehr ist stark genug. Dies ist bei kranken Menschen, Kindern und Senioren kaum der Fall, weshalb bei diesen Personengruppen schwere Vergiftungen den Tod zur Folge haben können. Bedenklich ist, dass die verschiedenen Pflanzengifte mal schnell, mal verzögert ihre Wirkung entfalten und Vergiftungserscheinungen in vielfältiger Form auftreten können. 


Jede Sekunde zählt - Notruf wählen!

Sobald der Anfangsverdacht nach einem Aufenthalt im Freien besteht, sollte sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 verständigt werden. In Deutschland gibt es bisher noch nicht in jedem Bundesland eine Giftnotrufzentrale, jedoch kann im Verdachtsfall einer Vergiftung die 12940 gewählt werden, in Verbindung mit der Vorwahl des jeweiligen Bundeslandes. Eine Liste mit allen in Deutschland verfügbaren Giftnotrufen finden Sie hier. Da es nicht selten auf jede Sekunde ankommt, die über Leben oder Tod entscheidet, ist IMMER zuerst ein Notruf abzusetzen. Oder, sofern möglich, sofort eine in der Nähe befindliche Klinik oder Arztpraxis aufsuchen.



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