Donnerstag, 15. Juni 2017

Gefräßige Schnecken im Garten: Was hilft wirksam gegen die Schneckenplage?



Ob Nacktschnecke, schwarze oder spanische Wegschnecke, Hainbänderschnecke, Egelschnecke oder Weinbergschnecke – egal welcher Art, Schnecken im Garten möchte keiner gerne haben. Wenngleich einige der Weichtiere sogar nützlich sind. 

Gehäuseschnecke

Damit sich die gefräßigen Schnecken nicht am liebevoll gezogenen Gartengemüse, an Erdbeeren, Salatsetzlingen und Blumenblättern laben können, heißt es: Wehret den Anfängen, bevor die Schneckenplage überhandnimmt!


Viele Kleingärtner haben von Schnecken im Garten alljährlich die Nase voll. Bereits im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen hinaus ins Freie locken, um Blumensamen auszusäen und Gemüsebeete anzulegen, strecken die Schleimer ihre Fühler aus. Je wärmer es wird, umso reichhaltiger wird das All-inklusive-Buffet für die Schnecken im Garten. In den Abendstunden kriechen sie lautlos hervor, um sich an zarten Trieben und jungen Salatpflanzen zu bedienen. Morgens gibt es bei den Gärtnern dann das böse Erwachen. Schneckenfraß! 

Und sie fragen sich: Was hilft gegen die Schneckenplage?

Als erste Alternative ist „Absammeln“ angesagt. Danach aber nichts wie weit weg mit den Schnecken aus dem Garten. Am besten in die freie Wildbahn, fernab von der Parzelle. Ein guter Rat, doch damit ist es leider nicht getan. Abgesehen davon, dass der Aufwand viel Zeit in Anspruch nimmt, lohnt es sich nicht. Der Schneckennachwuchs lässt nicht lange auf sich warten.

Schnecken sind Zwitter und vermehren sich relativ schnell. Eine Einzelne kann bis zu 400 Nachkommen erzeugen. Deswegen sollte rechtzeitig gehandelt werden, um die Schneckenplage im Garten einzudämmen. Das fängt mit dem Vernichten der Eier an, die tief im Erdreich liegen oder unter Holzbrettern verborgen sind. 

Sobald Gärtner beim Umgraben weiße Kügelchen erkennen, sollten diese sofort mit heißem Wasser übergossen werden. An die Erdoberfläche beförderte Schneckeneier werden schnell von hungrigen Vögeln vertilgt. Die Eier der Nacktschnecken sind sogar für Weinbergschnecken eine Delikatesse. 

         Natürliche Fressfeinde sind immer noch die wirksamsten Mittel gegen Schnecken im Garten!  


  •  Halten Sie Hühner oder Enten auf dem Grundstück? Sehr gut, denn das liebe Federvieh zählt zu den natürlichen Fressfeinden der Schnecken. Mit viel Glück bleiben Sie von der Schneckenplage weitgehend verschont. 
  •  Sie ärgern sich über Maulwurfhügel im Garten? Nun ja, Maulwürfe sind auch so eine Plage, aber sie zählen ebenfalls zu den natürlichen Fressfeinden der Schnecken.

  • In manchen Gärten fühlen sich Eidechsen, Salamander und Blindschleichen heimisch, die bei den Schnecken für Schrecken sorgen.

  • Weitere natürliche Fressfeinde sind Frösche, Lurche, Ringelnattern aber auch Spitzmäuse. 
  • Geben Sie Igeln ein Zuhause auf dem Gartengrundstück, haben Sie Ruhe vor Schnecken. Denn Igel haben die schleimigen Kriechtiere zum Fressen gerne.    
  
natürliche Fressfeinde



Nicht alle Schnecken mögen Salat und frisches Blattgrün 

 

Bevor Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Schnecken im Garten den Garaus machen, sollten Sie einiges über die verschiedenen Schneckenarten wissen. Nicht alle sind gefräßige Gartenschädlinge. Die Weinbergschnecke zum Beispiel, Deutschlands größte Landschnecke, genießt sogar einen besonderen Schutz. Gehäuseschnecken mögen zwar ebenfalls Grünzeug, allerdings stürzen sie sich nicht auf junge Gemüsepflanzen oder Salatblätter. Weinbergschnecken bedienen sich gerne vom Blattabfall, von modrigen Pflanzenteilen und verwelkten Blumen.

Tipps, um Weinbergschnecken von Blumenbeeten und Rabatten fernzuhalten, ohne zum Schneckenvernichtungsmittel zu greifen:


  • Werfen Sie welke Gartenpflanzen und abgeschnittenes Grün nicht in die Biotonne, lagern Sie das Schnittgut in einer Gartenecke, in der Sie sich nicht weiter aufhalten. Dort finden sich die Gehäuseschnecken über kurz oder lang ein und können sich satt fressen.
  • Gleiches gilt auch für Gärten, die im picobello Zustand sind. Wenn Gehäuseschnecken keine Nahrungsquelle finden, fallen Sie durchaus über Sämlinge und junge Triebe her. 
  • Deshalb sollten immer Gartenabfälle deponiert werden, wo sie nicht stören. 

Egelschnecken der Schrecken aller Gärtner? 

 

Egelschnecken (auch Schnegel genannt) gelten als Schrecken aller Gärtner. Was wohl daran liegt, dass sie den gefräßigen Wegschnecken auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen. Allerdings ist diese Schneckenart harmlos und überaus nützlich. Sie vertilgen vorzugsweise „tote Pflanzen“, Pilze und Algen, selbst Aas steht auf den Speiseplan der Schnegel.

Möchten Sie Schneckenkorn austreuen, um der Schneckenplage im Garten Herr zu werden, sollten Sie bedenken, dass daran auch nützliche Schnecken zugrunde  gehen. Ein besonders gefräßiges Exemplar lässt selbst das beste Schneckenbekämpfungsmittel kalt. Gemeint ist die Spanische Wegschnecke, die alles andere als „spanisch“ ist. 

Ein echter Plagegeist unter den Wegschnecken und scheinbar nicht nur gegen die „blauen Giftköder mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat resistent. Denn die Spanische Wegschnecke fühlt sich selbst bei großer Trockenheit wohl, anders als viele ihrer Artgenossen. Zudem ist diese Schneckenart nicht nur ein Schrecken für Gärtner, sondern gefährlich für heimische Schnecken, die von ihr mehr und mehr verdrängt werden. Da sie zudem einen bitteren Schleim absondert, machen selbst natürliche Fressfeinde (siehe oben im Text) einen hohen Bogen um die fiese Wegschnecke. 


Wie werde ich bloß die verdammten Schnecken los?

 

Zur chemischen Keule müssen Sie nicht sofort greifen, um Schnecken loszuwerden. Probieren Sie es vorerst mit Barrieren, um die Plagegeister von Pflanzen, Blumen, Erdbeeren und Gemüse fernzuhalten. 

Als Schneckenbarrieren eigenen sich zum Beispiel:

  • Eierschalen
  • Sägemehl
  • Branntkalk (auch Kalkstickstoff genannt)
  • Kaffeesatz (alternativ kann auch kalter Kaffee direkt auf die Pflanzen gesprüht werden)

Diese Tipps, um Schnecken dauerhaft fernzuhalten, sind nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Zumal braucht es viel Platz im Garten, da die Barrieren gegen Schnecken mindestens einen halben Meter breit sein sollten. Hobbygärtner empfehlen zum Teil auch eine biologisch abbaubare „Schneckenpaste“, deren Wirkstoff Zitronensäure enthält. Mit der Paste können allerdings nur Blumentöpfe und Pflanzgefäße rundum bestrichen werden. 

Selbst sogenannte Schneckenzäune haben sich in der Praxis nicht immer bewährt. Es gibt allerdings Ausnahmen. Wenn Sie alles richtig machen, ist der Schneckenzaun eine praktische Sache, um die Schleimer von den Beeten fernzuhalten. Hier ein interessanter Artikel zum Thema Schneckenzaun.


Bierfallen gegen Schnecken im Garten aufstellen?

 

Die Bierfalle galt viele Jahre bei Kleingärtner als „Geheimwaffe“ zur Schneckenbekämpfung. Wenn Sie die Schneckenplage im Garten eindämmen wollen, sollten Sie auf Bierfallen unbedingt verzichten, denn eine wahre Schneckeninvasion kann die Folge sein.

Aus Erfahrung weiß ich, mit Bier gefüllte Gefäße bringen nicht den gewünschten Erfolg. Ich habe es einst ebenfalls ausprobiert, weil ich endlich mal frischen Blattsalat ernten wollte. Pusteblume! Die gefräßigen Schnecken waren immer schneller als der Salat wachsen konnte. Also habe ich Bierfallen aufgestellt, weil es ja als effektiv angepriesen wurde. Einige Schnecken gingen tatsächlich „im Bier baden“. Mit dem unschönen Nebeneffekt hatte ich allerdings nicht gerechnet. Der Biergeruch zog die „Schleimer“ aus Nachbars Garten magisch an. So tummelten sich am Ende noch mehr lästige Salatfresser in meinem kleinen Hausgarten. 

Weitere Gründe, die gegen das Aufstellen von Bierfallen sprechen, sind Folgende:

  • Selbst wenn Schnecken unliebsame Gartenbewohner sind, stehe ich Bierfallen unterdessen skeptisch gegenüber. Diese Art der Schneckenvernichtung grenzt an Tierquälerei.
  • Zudem ertrinken nicht alle Schnecken in der Bierbrühe, manche kriechen aus den Fallen wieder heraus.
  • Der Anblick „aufgequollener“ Nacktschneckenleichen in den Biergefäßen ist nichts für zarte Gemüter. Eklig sage ich nur!

Gibt es wirklichen keinen wirkungsvollen Schutz vor Schnecken? 

 

Es scheint fast so, als würde es kein wirkungsvolles Mittel gegen Schneckenbefall im Garten geben. Oder vielleicht doch? Da gibt es einige Gärtner, die schwören auf einen ganz bestimmten Schneckenschutz: selbstklebendes Kupferband! Die wirkungsvolle Barriere schützt Blumen- und Pflanzgefäße davor, von Schnecken erobert zu werden. Auch Hochbeete können mit diesem Schneckenschutz versehen werden. 

Das selbstklebende Kupferband von Ferramol® gilt ebenso als wirksames Mittel gegen Schnecken im Garten wie zwei weitere Produkte der Firma:  
  • Schneckenkorn®
  • und Schneckenkorn compact®
Übrigens wurde Ferramol Schneckenkorn® von ÖKÖ-TEST mit „sehr gut“ bewertetet. Der Hersteller verspricht, dass die drei o. g. Produkte zur Schneckenbekämpfung für Haustiere nicht schädlich sind. Selbst für Bienen, Regenwürmer, Igel und andere Nützlinge stellen sie keine Gefahr dar.

 

Welche Blumen und Pflanzen mögen Schnecken im Garten absolut nicht?


Sie trauen sich trotz guter Bewertung nicht an den wirksamen Schneckenschutz von Ferramol® heran? Es gibt weitere Möglichkeiten, der Schneckenplage im Garten den Kampf anzusagen. Pflanzen, die Schnecken nicht mögen zum Beispiel. Unkräuter lassen sie „links liegen“, also da können Sie unbesorgt sein. Das Jäten bleibt Ihnen keinesfalls erspart. 

Damit Sie leckere Erdbeeren oder knackigen Salat ernten und genießen können, bevor sich die ungeliebten Gartengäste darüber hermachen, versuchen Sie es mal mit stark duftenden Gewürzpflanzen wie Thymian und Salbei in unmittelbarer Nähe. Darum machen die gierigen Biester einen hohen Bogen. Kapuzinerkresse und Kerbel mögen Nacktschnecken ebenso wenig wie Knoblauch und Zwiebeln.   
  
Schneckenplage sanft bekämpfen

Wenn Sie sich an der Blütenpracht im Garten erfreuen möchten, setzen Sie auf Rosen, Pfingstrosen, Schmuckkörbchen. Daran machen sich Nacktschnecken nicht zu schaffen. Im Gegenteil, sie bleiben den Blumenbeeten fern. 

Selbst auf Sommerastern, Nachtkerzen, Lavendel und Frauenmantel „fahren“ Schnecken nicht ab. Es gibt eine Vielzahl weiterer Blumen, Pflanzen und Gräser, die sich im Garten gut als „Schneckenschutzpolizei“ machen. Informieren Sie sich darüber ausführlicher im Internet oder fragen Sie gezielt im Gartenfachhandel vor Ort nach.    

Tipps zum Thema „Schneckenwirtschaft“ im Garten


Möchten Sie auf natürliche Art gegen die „Schneckenwirtschaft“ im Garten vorgehen, oder benötigen Sie sinnvollen Expertenrat zum Thema „Schnecken unschädlich machen“? Hier einige Links zu themenrelevanten Artikeln bei Pagewizz, die hilfreiche Tipps zur natürlichen Schneckenbekämpfung enthalten:

https://pagewizz.com/naturlich-gegen-schnecken-34036/
https://pagewizz.com/schadlinge-im-garten-biologische-schadlingsbekampfung-36851/
https://pagewizz.com/schneckenplage-im-garten-was-tun-gegen-gefraessige-nacktschnecken/
https://pagewizz.com/schneckenfrass-nervt-hobbygaertner-was-tun/


Mein persönlicher Tipp zum Schluss


Betrachten Sie die Schneckenplage mal aus menschlicher Sicht!

Leben und leben lassen: Wenn Sie Schnecken im Garten nicht als Feinde ansehen, sondern als Lebewesen die ebenfalls eine Daseinsberechtigung haben, werden Ihnen die abgefressenen Salate vielleicht bald egal sein. Ein „einvernehmliches Miteinander“ mit tierischen und gefräßigen Gartenbewohnern ist mitunter eher möglich als mit störenden und uneinsichtigen Nachbarn. Oder wie denken Sie darüber? Nutzen Sie die Kommentarfunktion, wenn Sie zum Thema meines Posts etwas Interessantes und Wissenswertes beitragen wollen. Persönliche Erfahrungen sind gerne gesehen.

Kommentare:

  1. Ich habe Laufenten, die gehen nicht ans Gepflanzte, fressen aber Schnecken für ihr Leben gern. https://pagewizz.com/schadlinge-im-garten-biologische-schadlingsbekampfung-36851/

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  2. Lieber Merlin,
    mit Verspätung herzlichen Dank für deinen Kommentar. Deinen informativen Artikel zur natürlichen Schädlingsbekämpfung hatte ich bereits verlinkt. Leider kann nicht jeder Laufenten im Garten halten. Aber Igel tun es auch :)
    Liebe Grüße Kerstin

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